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Fusionieren ist wie heiraten!

Die Napoleonsbuche bei Lünen, bei der zwei Stämme zu einem zusammengewachsen sind.

Die Napoleonsbuche bei Lünen, bei der zwei Stämme zu einem zusammengewachsen sind.

Eine gute Kooperation zwischen zwei Organisationen ist wie eine gute Freundschaft. Eine Fusion von zwei Organisationen ist wie eine Heirat.

Bei einer Fusion von zwei Vereinen nach dem Vereinsrecht oder nach dem Umwandlungsgesetz (die sogenannte „Verschmelzung“) gibt es jeweils die Option der Fusion durch Aufnahme, bei der einer der Partner den anderen aufnimmt und die Fusion zur Neugründung, bei der beide bestehende Vereine erlöschen und ihre Vereinsanliegen in einem ganz neuen Verein weitergeführt werden.

Eine Fusion durch Neugründung ist eine Fusion auf Augenhöhe. Keiner der beiden Partner „schluckt“ den anderen, sondern gemeinsam wagt man etwas Neues, bei dem jeder Partner sein Anliegen gleichberechtigt mit einbringen kann. Dass bei einer Fusion etwas ganz neues entsteht wird auch daran deutlich, dass man sich einen gemeinsamen neuen Namen gibt – was heute bei einer Heirat zwar immer noch die Regel, aber nicht mehr verpflichtend ist.

Grundlage für eine Fusion zur Neugründung ist im Idealfall eine gewachsene Beziehung zwischen zwei Partnern, bei der beide Partner einander vertrauen und bei der jeder Partner sowohl seine eigenen Stärken und Schwächen kennengelernt hat als auch die des Partners.

Die Partner sind sich bewusst, dass sie in unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen sind und dass es viel Kommunikation braucht um die gemeinsame Zukunft gelingend zu gestalten.

Eine Entscheidung zur Fusion ist endgültig. Üblicherweise geht dieser weitreichenden Entscheidung deine längere Zeit der engen Kooperation der Partner voraus, in der man sich immer besser kennenlernt und das Vertrauen zueinander und in ein gemeinsames Miteinander wächst.

Die Gründe für das Scheitern von Ehen und engen Freundschaften haben viel gemeinsam mit den Gründen für das Scheitern von Kooperationen und Fusionen:

  • Es fehlen klare, sich ergänzende Ziele. Die Partner müssen wissen, was sie wollen, was sie können und wie sie sich ergänzen können.
  • Es fehlen tragende gemeinsame Werte. Nicht alle Werte müssen allen Partnern gleich wichtig sein. Aber die grundlegenden Werte müssen für alle zentral sein.
  • Mangelndes win-win-Denken. Die Partner dürfen nicht nur ihr eigenes „win“ im Blick haben, sondern sie müssen auch aktiv das „win“ der Partner suchen.
  • Mangelnde Bereitschaft, Macht und Kontrolle abzugeben. In jeder Kooperation entscheidet der Kooperationspartner immer auch mit über mein „win“.
  • Mangelndes Vertrauen. Gegenseitiges Vertrauen in die Akteure und in den Kooperationsprozess bewirken weit mehr als gut ausgearbeitete Verträge.
  • Mangelnde Kooperationskompetenz. Die wenigsten haben jemals ein Kooperationstraining absolviert. Und das, obwohl unternehmensübergreifende Kooperationen wesentlich komplexer sind als jede unternehmensinterne Teamarbeit.
  • Mangelnde Kooperationsleitung/-begleitung. Jede Kooperation bedeutet zusätzliche Arbeit, Kraft und Zeit und erfordert viel Kommunikation. Für eine erfolgreiche Kooperation muss allen Partnern klar sein, wer den Kooperationsprozess wie und mit welchen Ansprechpartnern leitet und koordiniert.

Gelingende Beziehungen wie auch Kooperationen leben von einem verbindenden gegenseitigen Vertrauen, gemeinsamen Zielen und Werten, das Wissen um die jeweiligen Stärken und Schwächen, viel Kommunikation, die Erfahrung gemeinsam durchlebter Krisen – und von den Momenten mit dem Kribbeln im Bauch, wenn man sich einfach so mal an den schönen Seiten des Partners freut, das Miteinander im Jetzt zweckfrei genießen kann und voller Vorfreude in die gemeinsame Zukunft blickt 🙂